Die neuseeländische Wirtschaft

Wie in den meisten Ländern der Welt hat sich Neuseeland im letzten Jahrhundert von einem beinah reinen Agrarstaat, in dem der Großteil der Bevölkerung im primären Sektor tätig war zu einer freien Industrienation mit freiem Markt und starkem sekundären und tertiären Sektor entwickelt.

Dennoch bleibt die Landwirtschaft einer der wichtigsten Wirtschaftszweige des Landes. Neben Ost- und Gemüseanbau - allem voran die Kiwi-Produktion - und dem Agrarsektor mit dem Anbau von Mais und Getreide sind vor allem der Weinanbau und die Tierzucht und -haltung von großer Bedeutung für die neuseeländische Wirtschaft.

Auf 4,3 Millionen Einwohner kommen neben 9 Millionen Schafen (Tendenz abnehmend) knapp 5,3 Millionen Milchkühe und Fleischrinder mit zunehmender Tendenz. Dies beschert Neuseeland in der Rindfleischproduktion und der Produktion von Milchprodukten eine internationale Führungsrolle. Die geringe Einwohnerzahl begünstigt diese Position zusätzlich: Durch den Umstand, dass alleine 90 Prozent der in Neuseeland produzierten Milchprodukte exportiert werden, macht Neuseeland zu dem größten internationalen Exporteur von Milch, noch vor dem Gesamtexport der EU.

Neben der Landwirtschaft ist selbstverständlich auch der Tourismus eine wichtige wirtschaftliche Einnahmequelle des Landes. So lässt sich nach Angaben der neuseeländischen Regierung vermuten dass knapp jeder 10. Arbeitsplatz in Neuseeland direkt oder indirekt vom Tourismus abhängt. Vor allem der Abenteuertourismus zieht jährlich tausende Touristen in das Land. Neben den beeindruckenden Landschaften ziehen dabei vor allem die Freiheit der Fortbewegung und Risikosportarten wie Bungee Abenteurer und Risikosuchende ins Land. In kaum einem Land der Welt hat das sogenannte "Work&Travel" eine so große Bedeutung wie in Neuseeland. Auf diese Weise reisende Urlauber bringen jedoch nur wenig Geld ins Land, was in Neuseelands von vielen Seiten kritisch betrachtet wird.

Ein dritter wichtiger Wirtschaftszweig in Neuseeland sind die regenerativen Energien. Neuseeland deckt über 75 Prozent seines Energiebedarfs über regenerative Energien und ist somit nicht auf Übergangstechniken wie Kernkraft angewiesen. Die Basis für diese Fortschrittlichkeit bieten die optimalen natürlichen Bedingungen in Neuseeland. Sowohl Wasserkraft- als auch Windkraft und vor allem Geothermieanlagen treffen in Neuseeland auf einmalige Bedingungen. Aber auch Solarenergie und die Energiegewinnung aus Biomasse gewinnen immer mehr an Bedeutung.

Die Arbeitslosenquote Neuseelands ist eine der niedrigsten aller OECD Länder leidet aber wie in fast allen Ländern der Welt stark unter Wirtschaftskrisen. Zeitweise lag die Arbeitslosenquote des Landes unter der aller andere OECD Länder.

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